Erfurt

Städtebaulicher Rahmenplan für die Großwohnsiedlungen Berliner Platz, Moskauer Platz und Rieth · 2025 – 2026

Untersuchungsbereich rot und erweiterter Betrachtungsberech schwarz gestrichelt

Kenngrößen

Bundesland

Thüringen

Einwohnerzahl im Untersuchungsbereich

ca. 20.000

Größe Untersuchungsgebiet

209 ha

Beteiligungsformate

Eine Akteurswerkstatt, drei Dialog-Stationen vor Ort, eine Online-Befragung und eine öffentliche Planungswerkstatt

Links

Erarbeitung einer städtebaulichen Rahmenplanung für die Entwicklungsflächen der nördlichen Großwohnsiedlungen der Ortsteile Berliner Platz, Moskauer Platz und Rieth

Im Auftrag der Landeshauptstadt Erfurt erarbeitet UmbauStadt derzeit eine Rahmenplanung für die drei nördlichen Großwohnsiedlungen Berliner Platz, Moskauer Platz und Rieth. Anlass für das Projekt ist die im Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK 2030) formulierte Notwendigkeit, angesichts anhaltenden Bedarfs an Wohnraum und Bauland, neue Perspektiven für die Stadtentwicklung zu entwickeln.

Zusammen umfassen die drei Ortsteile eine Fläche von rund 209 Hektar und sind Heimat für etwa 20.000 Menschen – das entspricht fast zehn Prozent der gesamten Erfurter Bevölkerung. Entstanden sind die Siedlungen zwischen 1970 und 1978 in industrieller Plattenbauweise und prägen bis heute das Stadtbild im Erfurter Norden. Das Erscheinungsbild reicht von sanierten fünfgeschossigen Wohnblöcken über elfgeschossige Wohnscheiben bis zu siebzehngeschossigen Punkthochhäusern. Verbindendes und identitätsstiftendes Element der drei Siedlungen ist die Geraaue, die sich von Süden kommend zwischen den Ortsteilen hindurchzieht und im Zuge der Bundesgartenschau 2021 zu einem attraktiven Freiraum umgestaltet wurde.

Die Ortsteile sind gewachsene Nachbarschaften mit Bewohnerinnen und Bewohnern unterschiedlichster Generationen und Herkunft, verfügen über großzügige Grünflächen und sind durch die Stadtbahn gut an die Innenstadt angebunden. Gleichzeitig zeigen sich in Berliner Platz und Rieth zunehmend soziale Herausforderungen, während sich die Situation in Moskauer Platz zuletzt etwas stabilisiert hat. Auffällig ist zudem, dass große, teils ungenutzte Stellplatzflächen entlang der Nordhäuser Straße sowie unklar zugeordnete Grünräume zwischen den Wohnanlagen bislang wenig gestalterische Qualität aufweisen.

Ziel der Rahmenplanung ist es, für die drei Ortsteile eine gemeinsame, zukunftsfähige Entwicklungsperspektive zu entwerfen. Dabei geht es darum, vorhandene Rückbau- und Stellplatzflächen für neuen, bezahlbaren Wohnraum zu nutzen, die Aufenthaltsqualität in den Grün- und Freiräumen zu stärken, Mobilität und Infrastruktur zu verbessern und das nachbarschaftliche Zusammenleben zu fördern. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei den sozialen Unterschieden zwischen den Ortsteilen, die im Rahmen der Planung sensibel berücksichtigt werden sollen.

Der Berliner Platz wird durch seine zentrale Achse geprägt
Große Bereiche dienen dem ruhenden Verkehr
Die Gera-Aue und der Auenteich sind hochwertige Grün- und Freiräume
Die Straße der Nationen stellt eine große räumliche Barriere dar
Die drei Ortsteile werden durch große Verkehrsachsen und die Gera-Aue voneinander getrennt
Die Gera-Aue befindet sich als großer Freiraum zwischen den drei Ortsteilen
Die Akteurswerkstatt wurde gut besucht
An Thementischen wurde diskutiert und Ideen erarbeitet